Audi mit weniger Absatz aber dennoch stabil
Die Finanzkrise hat die Automobil-Branche stark mitgenommen. Traditionskonzerne wurden teilweise bis zur Insolvenz von der schlechten Wirtschaftslage gebeutelt.
Keinem dürfte wohl die kritische Lage von GM und Opel entgangen sein, allerdings ist die nicht ausschließlich auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen. Schon lange haben Experten von verfehlter Modellpolitik gesprochen, sogar geurteilt, dass der Automarkt die Marke Opel nicht bräuchte. Nach den zähen Übernahmeverhandlungen zwischen General Motors und dem Zulieferer Magna, aus denen sich GM kürzlich völlig überraschend zurückzog, drohen nun tausende Entlassungen bei den Rüsselsheimern.
Audi blickt zuversichtlich in die Zukunft
Von verfehlter Modellpolitik kann man bei Audi wohl kaum sprechen, der A5 erhielt erst kürzlich den sogenannten Design-Oscar, den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland. Und auch sonst läuft es in Ingolstadt deutlich besser. Zwar mussten nach dem Rekord-Absatzjahr 2008, in dem man über 1 Million Fahrzeuge verkaufte, die Erwartungen wegen der Krise zurückgeschraubt werden, doch deutet sich jetzt schon wieder Erholung an. Zunächst hatte man einen Absatz von 900.000 Autos prognostiziert, mittlerweile konnte man diese Zahl allerdings um 20.000 Einheiten nach oben korrigieren. Und auch, wenn der Gewinn im letzten Quartal um die Hälfte geringer war, ist bereits eine Belebung des Marktes zu spüren, weshalb man für das letzte Quartal wieder von einem besseren Ergebnis ausgeht.
Geringe Verluste in den USA – Gute Aussichten in China
Überhaupt scheint man bei Audi von der Krise weniger beeindruckt zu sein, als andere Hersteller. Zurückzuführen ist dies offenbar auf die geringe Teilnahme am amerikanischen Markt, der besonders starke Einbrüche hinnehmen musste. Zudem profitiert Audi von der guten Entwicklung des chinesischen Marktes, hier werde man das angepeilte Ergebnis von 130.000 verkauften Fahrzeugen wohl deutlich übertreffen und schon in den nächsten Jahren wahrscheinlich mehr Autos verkaufen, als in der Heimat, so Vertriebs- und Marketingvorstand Peter Schwarzenbauer. Mittlerweile steigen aber auch in den USA und Europa die Verkaufszahlen wieder an, so dass man in Ingolstadt mit Zuversicht in das kommende Jahr geht und 2012 oder 2013 wieder die Marke von 1 Million abgesetzten Autos ins Auge fassen will, zu diesem Ergebnis sollen dann rund eine Viertelmillion verkaufte Einheiten in China beitragen.
So oder so verzeichnet man im Gegensatz zu großen Teilen der Konkurrenz nach wie vor Gewinne: 1,17 Milliarden Euro stehen für die ersten drei Quartale im operativen Geschäft in den Büchern – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das lediglich einem Rückgang von 8 auf 5,4 Prozent. Dazu äußerte sich Finanzvorstand Axel Strotbek folgendermaßen: “Belastend wirkten sich neben der gesamtwirtschaftlichen Lage auch die Aufwendungen für Produktanläufe wie den A8 und den A1 sowie die dreiwöchige Produktionspause im August aus“.