Rezession durch Abwrackprämie entschärft

Der private Konsum wurde im letzten Jahr durch die Abwrackprämie angekurbelt. Das Statistische Bundesamt erklärte, dass rund 73 Milliarden Euro für Autos ausgegeben wurde. Dies hat dazu geführt, dass der Konsum um 0,4 Prozent gestiegen ist. Damit konnte ein Rückgang verhindert werden, der sonst 0,5 Prozent betragen hätte.

Der private Konsum in Deutschland ist im vergangenen Jahr nicht ins Minus gerutscht und damit ist die Rezession nicht so stark ausgefallen wie es Experten vermutet hatten. Einzig und allein ist dies der Abwrackprämie für alte Autos zu verdanken. Am Freitag teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit, dass die Privathaushalte für Neu- und Gebrauchtwagen rund 73 Milliarden Euro ausgegeben haben. Dies ist eine Steigerung um 20,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 und insgesamt legte der Konsum im Folgejahr um 0,4 Prozent zu. Weiter teilten die Statistiker mit, dass dieser ohne die Käufe um 0,5 Prozent ins Minus gerutscht wären.

Zahl der Neuzulassung steigt stark an

Unumstritten war das vergangene Jahr ein Krisenjahr. Aus diesem Grund hatte die Bundesregierung Fördermittel, die so genannte Abwrackprämie beschlossen. Dabei wurde die Verschrottung von Wagen, die mindestens neun Jahre alt waren und durch Neu- oder Jahreswagen ersetzt wurden, finanziell gefördert. Dies führte dazu, dass mehr als 3,8 Millionen Neuwagen zugelassen wurden. Gegenüber dem Jahr 2008 entspricht dies eine Steigerung um 23 Prozent. Außerdem teilte das Statistische Bundesamt mit, dass die Zahl der Zulassungen seit den Boomjahren 1991 und 1992 im Zuge der Wiedervereinigung nicht mehr so hoch gewesen seien. Im Bereich der privaten Halter verdoppelte sich die Zahl circa, da von den 3,8 Millionen Zulassungen ungefähr 2,4 Millionen auf diese entfielen.

Der Durchschnittspreis für Neuwagen sank

Aus der Sicht der Autohersteller ist dieses Ergebnis mit einem weinenden und einem lachenden Auge zu sehen, da sich die starke Zunahme der Neuzulassungen nicht im gleichen Maße im Kaufvolumen widerspiegelte. Das Bundesamt erklärte, dass dies vor allem darin begründet sei, dass es sich in den meisten Fällen um Kleinwagen handelte und damit der Durchschnittspreis für alle Neuwagen erheblich sank. Schnell zeichnete sich ab, dass besonders die Hersteller von Kleinwagen von der Abwrackprämie profitieren werden. Gerade die Hersteller der Oberklassewagen, wie beispielsweise BMW, Mercedes oder Audi, gingen so gut wie leer aus.

Gebrauchtwagen-Export nach Afrika steigt trotz Prämie zur Verschrottung

Das Ziel der Abwrackprämie war die Verschrottung. Trotz dieser Tatsache stieg die Zahl des Exports nach Afrika im vergangenen Jahr um 19,1 Prozent und erreichte damit 79 600 Fahrzeuge. Damit ging jeder fünfte aus Deutschland ausgeführte Gebrauchtwagen nach Afrika. Vom Durchschnittswert der Exporte lässt sich ablesen, dass es vor allem sehr alte Fahrzeuge waren, die nicht nur dorthin gingen, sondern auch in einige asiatische Länder. Das afrikanische Hauptabnehmerland ist Benin, wo der Wert bei 725 Euro liegt. Mit gut 36 000 Fahrzeugen ist Italien insgesamt das Hauptabnehmerland. Hier liegt der Durchschnittswert bei 18 973 Euro. Im Jahr 2009 stieg der Export bei Gebrauchtwagen um 15 Prozent und erreicht nun eine Zahl von 389 200 Fahrzeugen. Damit stellten sie einen Gesamtwert von 4,5 Milliarden Euro dar. In europäische Länder gingen fast 245 000 Autos. Damit liegt ein Minus von 26,9 Prozent vor.

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